Rheumatoide Arthritis

Rheuma hat viele Gesichter! In der Schweiz haben rund 70'000 Menschen rheumatoide Arthritis. Das ist eine spezielle Form von Rheuma. Dabei sind die Gelenke entzündet. Das verursacht unter anderem Schwellungen und Schmerzen.



Wissenswertes zu rheumatoider Arthritis

In der Schweiz sind rund zwei Millionen Menschen von rheumatischen Beschwerden betroffen. Rheumatoide Arthritis ist eine spezielle Form von Rheuma. Die Erkrankung ist auch unter dem Begriff «chronische Polyarthritis» bekannt. Das eigene Immunsystem attackiert dabei den Körper. Die Folge sind entzündete Gelenke. Unbehandelt zerstört die ständige Entzündung die Gelenke, wodurch es zu Verformungen der Finger und Zehen und zum Funktionsverlust kommen kann. Entzündliches Rheuma ist bisher nicht heilbar. Das bedeutet, dass die Krankheit die Betroffenen ein Leben lang begleitet. Es gibt jedoch gute Therapiemöglichkeiten.

Was ist rheumatoide Arthritis?

Rheumatische Arthritis (RA) ist eine so genannte Autoimmunerkrankung: Das Immunsystem richtet sich gegen den eigenen Körper und «greift sich selbst an». Es löst in Teilen der Gelenke – vor allem der Gelenk-Innenhaut (Synovialmembran) – Entzündungen aus.

Wie entsteht rheumatoide Arthritis?

Die genauen Ursachen für die Entstehung von rheumatoider Arthritis sind nicht bekannt. Experten gehen davon aus, dass eine Fehlsteuerung im Immunsystem passiert, wodurch dann die Krankheit ausgelöst wird.

Welche Symptome weisen Betroffene auf?

Ein typisches Zeichen für rheumatoide Arthritis ist ein symmetrischer Befall der Gelenke auf beiden Körperseiten, beispielsweise zwei geschwollene Ringfinger. Zudem sind die geschwollenen Finger schmerz- und druckempfindlich. Diese Schwellungen treten einfach so auf, ohne dass es davor eine Verletzung gegeben hätte. Des Weiteren sind die betroffenen Gelenke morgens steif und durch Bewegung werden sie dann wieder beweglicher. Aufgrund der Entzündung können auch einige Laborwerte erhöht sein.

Wie wird rheumatoide Arthritis festgestellt?

Ist ein Gelenk über sechs Wochen geschwollen und schmerzt, sollte man einen Arzt aufsuchen. Die Diagnose stellt der Rheumatologe nach körperlicher Untersuchung und einem eingehenden Gespräch zur Krankheitsgeschichte des Patienten. Ausserdem helfen Laboruntersuchungen und Röntgenaufnahmen bei der Diagnosefindung. 

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Jeder reagiert anders auf die Erkrankung und daher muss der Arzt auch die Behandlung individuell festlegen. Je schneller mit der Behandlung begonnen wird, umso besser: Eine frühe Diagnose und ein rascher Therapiebeginn sind ausschlaggebend, um bleibende Schäden möglichst zu vermeiden oder ihre Entstehung einzudämmen. Mit den richtigen Medikamenten und ein paar unterstützenden Massnahmen werden die Beschwerden gelindert und die Lebensqualität erhöht: 

Medikamentöse Behandlung

In der Behandlung chronisch-entzündlicher rheumatischer Erkranungen werden derzeit fünf Hauptgruppen von Arzneimitteln eingesetzt, die in den meisten Fällen in unterschiedlicher Weise miteinander kombiniert werden. Dabei handelt es sich um:

  • Nichtsteroidale entzündungshemmende Medikamente: auch NSAR (nichtsteroidale Antirheumatika) genannt. Sie lindern Schmerzen und hemmen die Entzündung. NSAR sind in der Regel die ersten Medikamente, die nach der Diagnose eingesetzt werden. Ihre Wirkung tritt meist schnell (innerhalb von Stunden) ein.
  • Kortison: wirkt stark entzündungshemmend und dadurch auch schmerzstillend. Die Wirkung von Kortikoiden setzt meist schnell (innerhalb weniger Stunden) ein.
  • Schmerzmittel: Wenn die Erkrankung sehr ausgeprägt ist und starke Schmerzen verursacht, können neben NSAR auch weitere Schmerzmittel zum Einsatz kommen.
  • Basistherapeutika: Basistherapeutika wie Methotrexat, Sulfasalazin oder Leflunomid hemmen die Immunreaktion des Körpers gegen die Gelenke und verringern so die Entzündung.
  • Biologika setzen an Botenstoffen des Immunsystems an, wie zum Beispiel Tumornekrosefaktor oder Interleukinen. Sie hemmen diese, damit sie die Signale nicht mehr weitergeben können.
  • Weitere Substanzklassen: Auch sogenannte Januskinasen (JAK) könnten das Immunsystem fehlleiten. JAK-Hemmer unterbrechen auch hier die Signalweiterleitung und stoppen somit die Entzündungen und Gewebeschädigungen. 

Ist rheumatoide Arthritis heilbar?

Rheumatoide Arthritis kann bisher nicht geheilt werden. Die Therapie zielt daher in erster Linie darauf ab, Krankheitszeichen und Begleiterscheinungen weitgehend zu stoppen. 

Weitere Informationen zu Rheumatoider Arthritis gibt es auf https://www.rheumaliga.ch/rheuma-von-a-z/arthritis